Meeresschutz beginnt bei uns

1. Die Bedrohung unserer Weltmeere durch Plastikmüll

Die Art und Weise, wie wir in der westlichen Welt konsumieren, hinterlässt Spuren, die fatale Folgen auf unsere Ozeane und damit auf unsere wichtigsten Ökosysteme haben. Dabei geht es den Wirtschaftsmächten weniger um Nachhaltigkeit und um den Schutz unserer Mutter Erde, unserem Zuhause. In unserer materialistisch geprägten Welt geht es vielmehr um schnelle Profitmaximierung. Die Wegwerfgesellschaft, in der wir leben, hat ihren Höhepunkt erreicht. Wie wir an dem Zustand unserer Umwelt und insbesondere unserer Ozeane erkennen können, kann es so nicht mehr weiter gehen. Denn bei dem reinen kapitalistischen Streben nach immer mehr wird außer Acht gelassen, dass alles, was wir tun, eine Wirkung hat, sprich mit Konsequenzen verbunden ist. Das bedeutet: Beuten wir den Planeten aus, zerstören wir damit unsere eigenen Lebensgrundlagen und die unserer Nachkommen

Meere und Ozeane bedecken zu 71 Prozent unseren Planeten.1 Die Verschmutzung durch Plastik darin wird schon seit längerem als verheerendes Problem deutlich. Kaum ein Strand ist leer von winzig kleinen Plastik-Teilchen, bis hin zu Fischernetzen mit manchmal eingefangenen und verendeten Meerestieren und Seevögeln.

Plastikmüll am Strand

Es dauert Jahrhunderte, bis Plastik abgebaut wird. Manches wie Plastik-Ballons verschwindet nie. Für unser menschliches Auge kaum erkennbar ist das sogenannte Mikroplastik, das bereits Bestandteil in der Lebensmittelkette ist und in unserem Körper nachgewiesen wurde.

Jeder kennt den grünen Punkt, der auch auf dem gelben Plastiksack abgebildet ist. Das Symbol zeigt einen grünen Pfeil, der in einer Rundung nach rechts geht und auf das Recyceln eines bestimmtes Produkts wie Plastikmüll hinweisen soll. Doch werden die Kunststoffverpackungen im gelben Sack wirklich wiederverwertet?

In diesem Beitrag soll untersucht werden, welches problematische Ausmaß Plastikmüll in unseren Meeren bis dato angenommen hat, welche Möglichkeiten an Bewältigungsstrategien gegen die Verschmutzung der Ozeane durch Plastik als Beispiele existieren und was wir alle persönlich selbst im Alltag tun können, um zum Meeresschutz beizutragen.

2. Der Plastik-Wahnsinn

Plastik ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil in unserem gewohnten Blickfeld geworden. Wo wir auch hinschauen, ist der Kunststoff präsent. Nicht nur im Supermarkt finden sich so gut wie alle Lebensmittel in Plastik eingepackt. Mittlerweile sind unglücklicherweise auch Landschaftsbild und Fließgewässer vielfach von dem schwer abbaubaren Stoff gekennzeichnet. Daneben ist Plastik auch in Kosmetika oder in herkömmlicher Kleidung enthalten.

Lebensmittel aus aller Welt werden in Kunststoff verpackt, um diese länger haltbar und transportfähig zu machen. Insofern bietet die Plastikverpackung, zumal sie leicht ist und dadurch weniger an Transportgewicht beansprucht, einen gewissen logistischen Vorteil. Dieser relativiert sich allerdings, wenn wir wissen, dass es Alternativen gibt, die umweltschonender und weniger ressourcenverschwendend sind. Hierzu entwickeln sich im Moment zahlreiche innovative Ideen, wie zum Beispiel Pflanzenreste aus Reisstroh oder Ananassträucher zu Verpackungen zu verarbeiten.2

Das Fatale an den plastikverpackten Lebensmitteln aus dem Supermarkt ist, dass sie nur einmal verwendet werden, um anschließend in unserem Müll zu landen. Aus den Augen, aus dem Sinn? In diesem Bewusstsein wachsen die meisten Menschen auf und schieben die Verantwortung von sich weg. Schließlich gibt es die Recycling-Wirtschaft, die sich um unseren Müll kümmert. Doch wird unser Plastik-Müll auch wirklich verwertet?

2.1. Die Recycling-Mär

Im Jahr 1950 kam der Kunststoff zum ersten Mal auf den Markt. Zu dieser Zeit wurden noch 1,5 Tonnen an Plastik pro Jahr global hergestellt.3 Seitdem ist die Produktion von Plastik in der Weltwirtschaft kontinuierlich gestiegen:

  • Global wurden bis 2015 mehr als 8,3 Milliarden Tonnen Plastikmüll erzeugt. Davon wurden nur rund 9 Prozent recycelt, 12 Prozent verbrannt und 79 Prozent deponiert oder in der Umwelt entsorgt.4
  • Allein Deutschland verzeichnete im Jahr 2017 eine Herstellung von über 14 Millionen Tonnen Plastik.5
  • Die Deutschen rühmen sich gerne als Recycling-Weltmeister. Blicken wir auf die Zahlen, ist das absolutes Wunschdenken. Von den angefallenen 5,2 Millionen Tonnen Kunststoffabfällen im Jahr 2017 wurden gerade einmal 810 000 Tonnen wiederverwertet. Das entspricht einer Recycling-Quote von 15,6 Prozent.6
  • Allein durch den Verbrauch von Mineralwasserflaschen aus Plastik werden deutschlandweit über 91. 000 Tonnen Plastikmüll im Jahr produziert.7
  • Die deutsche Bevölkerung verbraucht jährlich im Schnitt 2 Milliarden Plastiktüten.8
  • Rate einmal, wie viel die Coffee-to-go-Becher allein in Deutschland pro Stunde verwendet werden? 320.000! Das entspricht pro Jahr fast 3 Milliarden Einwegbecher.9
  • 2016 wurden rund 8 Prozent der weltweiten Ölproduktion allein für die Herstellung von Plastik verwendet.10
  • Dabei resultieren etwa 36 Prozent der globalen Plastikproduktion aus Verpackungsmaterial, 14 Prozent werden für Textilien und rund 16 Prozent für Gebäude und andere Bauarbeiten genutzt.11

2.1. Plastikmüll in den Ozeanen

Jedes Jahr landen weltweit 5 bis 13 Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen. Schätzungsweise haben sich allein auf dem Meeresboden 80 Millionen Tonnen angesammelt.14 Es gibt riesige Strudel an Plastik, die sich durch die natürlichen Strömungen der Ozeane bilden. Sie befinden sich in der Nähe des Äquators. Der größte Müllstrudel – auch als der „pazifische Müllstrudel“ bekannt –, ist eine drei Millionen Tonnen schwere Plastikinsel im Pazifik. Sie ist damit so groß wie ganz Mitteleuropa und treibt zwischen Hawaii, dem amerikanischen Festland und Asien. 

Wie gelangt eine so gewaltige Menge an Müll ins Meer? Hierfür gibt es mehrere Ursachen. Noch immer werden in vielen Ländern der Erde Abfälle einfach ins Meer entsorgt. Auch Schiffe „entsorgen“ so ihren Müll oder Frachtschiffe „verlieren“ einfach ihre Ladungen. Die Meeresverschmutzung passiert insbesondere auch durch die unzähligen Netze der Fischereiindustrie, die einfach im Meer gelassen werden. Im Film „Seaspiracy“15 wird aufgedeckt, dass 46 Prozent der Verschmutzung im Meer von den Fischernetzen stammt und dass diese sehr gefährlich für die marinen Lebewesen sind, die darin qualvoll verenden. Der Grund, warum so viele Fischereinetze in den Ozeanen treiben, ist auf den hohen Verzehr von Fisch und den damit verbundenen Fischfang zurückzuführen. Wenn du auf den Verzehr von Fisch verzichtest, leistest du einen aktiven Beitrag für die Rettung der Meere!

Ein weiterer beträchtlicher Teil an Plastikmüll landet von Landesseite aus durch Flüsse und über den Wind im Meer. Sage und schreibe 80 Prozent!

Hinzu kommt der hohe Müllanteil, der jetzt durch die Wegwerfmasken entsteht. Rund 1,56 Milliarden Einwegmasken landeten im Jahr 2020 in den Weltmeeren, so die Meeresschutzorganisation Oceans Asia. Aufgrund ihrer chemischen Bestandteile werden Jahre zu ihrem kompletten Abbau notwendig sein. Hier gelangst du zu unserem informativen Blogartikel „Einwegmasken: Müllberge und Umweltprobleme durch die Coronapandemie“ (Verlinkung mit https://www.regenbogenkreis.de/blog/natur-und-umweltschutz/einwegmasken-muellberge-und-umweltprobleme-durch-die-coronapandemie)

Das vielfältige Problem von Plastik liegt auf der Hand. Es ist biologisch nicht abbaubar, sondern zerfällt oft in einem jahrhundertelangen Prozess in kleine Teilchen. Sind diese kleiner als fünf Millimeter spricht man von den sogenannten Mikroplastiken, auch Polymerpartikel genannt. Der Abrieb von Autoreifen verursacht ebenso eine enorme Menge an diesen kleinsten Plastik-Partikeln, die für unser Auge nicht sichtbar durch Wind, durch Flüsse und das Einsickern in den Boden in die Meere und Ozeane gelangen.

Wusstest du, dass eine weitere Quelle feinster Kunststoffpartikel die Abwässer unserer Waschmaschinen sind? Dafür sind die Textilien aus Synthetik-Materialien verantwortlich, die beim Waschen winzige Fasern abgeben, die anschließend ins Abwasser gelangen. Auch Kläranlagen können diese kleinsten Partikelchen nicht vollständig herausfiltern und so gelangen sie ins Meer oder mit dem Klärschlamm auf die Felder.16

2.2. Verheerende Folgen für die Meeresbewohner

Es liegt auf der Hand, dass die zunehmende Plastik-Verschmutzung in den Ozeanen fatale Folgen für die Meeresbewohner hat. Sie verwechseln sie mit der natürlichen Nahrung und fressen sie. Meist verhungern die Tiere dann trotz vollen „Plastik-Magens“ oder verenden an Darmverschluss. Viele ersticken quallvoll in Netzresten.

  • Schätzungen des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) zufolge, verenden jedes Jahr mehr als 1 Millionen Seevögel und 135.000 Meeressäuger durch den Kontakt mit unserem Plastikmüll.17
  • Mindestens 243 verschiedene Arten von marinen Lebewesen verheddern sich in Plastik – insbesondere in Fischernetze – und verenden.18
  • Auch Plankton absorbiert die winzigen Polymerpartikel.19
  • Durchschnittlich 34 Plastikteile konnten in dem Magen eines Eissturmvogels festgestellt werden, die 0,31 Gramm wiegen.20

Durch den Konsum von Meerestieren wie Fisch oder Muscheln erhöht man den Anteil an Mikroplastiken im menschlichen Organismus.  Doch sogar durch die Luft und durch Leitungswasser gelangen Plastik-Partikel in unseren Körper. Noch ist unerforscht, welche gesundheitlichen Folgen Polymerpartikel auf unsere Gesundheit haben. Bei Meerestieren wurde nachgewiesen, dass Mikroplastik zu Entzündungen, physiologischen Störungen und höheren Sterberaten führt.21

3. Weltweite Projekte, die sich für den Meeresschutz einsetzen

Weltweit gibt es zahlreiche Initiativen und immer mehr Menschen, die das Problem durch den Kunststoff erkannt haben. Wir wollen dir hier nur ein paar internationale, als auch deutschlandbezogene Beispiele nennen.

Vanuatu - Das strengste Plastikverbot der Welt

Kein Staat setzt auf ein so striktes Plastikverbot wie Vanuatu. Die 83 Inseln im Südpazifik haben bereits im Juli 2018 Einweg-Plastiktüten, Trinkhalme und Styroporbehälter verboten. Im Dezember 2020 verschärfte sich das Gesetz noch. Der Außenminister des Landes, Ralph Regenvanu, weitete das Verbot auf Einwegwindeln, Kunststoffbesteck und Lebensmittelverpackungen wie Netz- und Klapphüllen aus. Der Verzicht auf das bequeme Einkaufen mit Plastiktüten wurde von der Bevölkerung Vanuatus erstaunlich gut aufgenommen. Stattdessen wird das lokale traditionelle Kunsthandwerk durch den Verkauf von Taschen aus Pandanuswurzeln, den Blättern eines palmenartigen Baumes der Inseln noch unterstützt, seitdem auf Plastiktüten verzichtet wurde. Diese Taschen gibt es in schönen, komplexen Mustern, halten jahrelang und sind biologisch vollständig abbaubar.

Noch immer wird Plastik auf die vanuatischen Inseln angeschwemmt, doch lässt es keine „interne“ Vermüllung durch Plastik mehr zu. Darüber hinaus setzt der Staat Vanuatus mit seinem Plastik-Müll-Verbot ein weltweites Zeichen, das vielleicht schon bald weitere nachahmende Länder finden könnte.22

 

„To catch the plastic, act like the plastic“ („Um Plastik einzufangen, verhalte dich wie Plastik“)23

Vielen wird „The Ocean Cleanup“ bekannt sein, eine gemeinnützige, technische Umweltorganisation, die von Boyan Slat im Jahr 2013 ins Leben gerufen wurde. Der Niederländer war gerade einmal 18 Jahre alt, als er mit seiner Idee in die Öffentlichkeit ging, ein System zu entwickeln, das Plastik aus den Weltmeeren einfangen soll. Viele hielten dies für unmöglich und einen „Financier“ zu finden, der dieses Projekt unterstützte, erwies sich anfangs als sehr schwierig. Schließlich wurde „The Ocean Cleanup“ durch Crowdfunding finanziert und Slats Idee entwickelte sich zu einer von mehreren Wissenschaftlern getragenen, internationalen Umweltorganisation.

Die erste Mission bestand darin, den größten Strudel im Pazifik zwischen Kalifornien und Hawaii anzugehen. Eine Herausforderung der Säuberungsaktion war, dass verschiedenste Plastik-Teile über Millionen von Quadratkilometern verteilt und in alle Richtungen wandern. Die entwickelte Reinigungstechnologie von „The Ocean Cleanup“ besteht aus langen Barrieren an der Wasseroberfläche, die mit tief unter Wasser liegenden Ankern verbunden sind, die sie verlangsamen. Bildlich kann man sich das so vorstellen, dass sich die Enden eines 600 Meter langen Kunststoffrohres wie Fangarme U-förmig um den Müll legen. Hierzu werden die natürlichen Strömungen der Ozeane benutzt, um mit diesem System die an der Oberfläche des Wassers befindlichen Plastik-Teile einzufangen. Fische und andere Lebewesen könnten laut des Vorhabens den Barrieren entkommen, weil sie von der Meeresströmung unter den Barrieren durchgedrückt werden.

Nach mehreren Versuchen, die scheiterten, konnte „The Ocean Cleanup“ im Jahr 2019 erste Erfolge verzeichnen, Plastikmüll zu konzentrieren und an Land zu bringen. Dort wird es recycelt und in neue Produkte umgewandelt, wie zum Beispiel Sonnenbrillen.24

„The Ocean Cleanup“ plant durch die kontinuierliche Erweiterung der Bereinigungssysteme bis 2040 90 Prozent des Ozeanplastiks entfernen zu können. Zusätzlich kündigte die Umweltorganisation um den Niederländer Boyan Slat eine neue Initiative an, um das Müllproblem noch näher an der Quelle anzugreifen. Mittels des solarbetriebenen „Interceptors“ werden Flussabfälle, die mit dem Strom fließen, von einer Barriere zur Öffnung des Abfangjägers geführt. Damit soll verhindert werden, dass der Flussmüll aus 1000 Flüssen weltweit weiterhin in die Meere gelangt.25

Internationale Küstensäuberungs-Aktionen

Versetzt es dir nicht auch einen Stich ins Herz, wenn du an einem schönen Strand entlang läufst und über unzählige Plastikteile stolperst?

Die amerikanische Organisation „Ocean Conservancy“ initiierte eine jährliche internationale Küstensäuberung, die in Deutschland von der NABU organisiert wird. Bei dieser koordinierten Sammelaktion – auch Plogging genannt – werden einmal jährlich die Küsten und Ufer von Freiwilligen gesäubert. Über eine halbe Million Menschen aus 112 Ländern sammelten 2018 bei diesen Sammelaktionen mehr als 8.000 Tonnen Abfälle von Stränden, aus dem Meer, aus Flüssen und Seen. NABU zufolge, liefern die Müllsammlungen auch wichtige Informationen über das Ausmaß und die Herkunft des Mülls.26

Hand mit Plastikmüll

„Fishing for Litter“ (nach Abfall fischen)

Das dänische Netzwerk „KIMO“ setzt sich bereits seit Jahren europaweit aktiv durch die Einbeziehung der Fischer in dem Kampf gegen den Meeresmüll ein. In Deutschland wird die Aktion durch NABU initiiert. Fischer sind sowohl Teil des Problems der Plastikverschmutzung im Meer als auch Leidtragende. Fischer, die an der Aktion teilnehmen, werden finanziell unterstützt und mit großen, strapazierfähigen Säcken ausgestattet, in denen sie den Müll sammeln, der in ihren Netzen hängenbleibt. An bereitgestellten Sammelstellen in den Häfen können sie diese kostenlos abgeben. Der Müll wird anschließend sortiert, um so Informationen über seine Herkunft zu gewinnen und ihn fachgerecht recyceln zu können. Das Projekt wird seit 2013 aus Mitteln des EU-Fonds für Seefahrt und Fischerei (EMFF) finanziert. 

Mehr als 1866 Tonnen an Plastik- und anderem Müll haben allein schottische und englische Fischer sammeln können. Um es bildlich auszudrücken: Das entspricht etwa dem Gewicht von 155 Doppeldeckerbussen.27

 

Dreisam Cleanup Freiburg

Nach dem Leitprinzip „Unser Schicksal hängt nicht von den Sternen ab, sondern von unserem Handeln“ (William Shakespeare) wurde das Projekt „Dreisam Cleanup“ im Jahr 2016 von Daniel Bichsel in Freiburg gegründet. Die regelmäßige Säuberungsaktion in dem schönen Städtchen am Schwarzwald lädt alle Freiwilligen ein, gemeinsam rund um den Fluss Dreisam, Müll jeglicher Art einzusammeln und richtig zu entsorgen. Neben dem Meeresschutz wird so auch der Schutz der heimischen Flora und Fauna gefördert. Menschen jeglicher Altersgruppen kommen zusammen und packen zusammen an.28

 

Was macht die Regierung?

2018 hat die EU-Kommission beschlossen, dass ab Sommer 2021 alle Einwegprodukte aus Kunststoff, für die es Alternativen in anderen Materialien gibt, verboten werden. Dazu zählen Wattestäbchen, Plastikgeschirr, Trinkhalme und Styroporbecher, die es europaweit nicht mehr geben soll. Doch in diesem Verbot liegt bereits die Krux: Die Gefahr besteht, dass Einweg-Plastik einfach durch Einweg-Produkte aus anderem Material ersetzt oder Einweg-Produkte als „mehrfach verwendbar“ deklariert werden. Weiterhin soll die Recyclingquote für Plastikflaschen bis 2025 auf 90 Prozent steigen.29

Ausserdem investiert die Bundesregierung 28 Millionen Euro für ein großangelegtes Forschungsprogramm, um Ursachen und Wirkung der Plastikvermüllung in seiner Gesamtheit zu erforschen.30

Das ist eine Menge Geld! Warum wird dieses nicht in die Subventionierung umweltschonenderer und nachhaltiger Verpackungen investiert?

Die Schritte der Regierung, um Plastik zu reduzieren, erscheinen als unzureichend, bedenken wir, wie schlimm es um unsere Weltmeere und Ozeane steht. Wie kann Deutschland sich als großes Recyclingland verkaufen und dann tonnenweise den eigenen Müll in andere Länder wie Malaysia deponieren? An erster Stelle steht hier scheinbar nicht der Umweltschutz oder das wirkliche Interesse, Alternativen zu Plastik zu finden, sondern die steigende Wirtschaft.

Wir sollten wissen, dass Deutschland einer der größten Standorte für Kunststoffproduzenten und Kunststoffverarbeiter in Europa ist. Die Umsätze, die aus der Produktion und Entwicklung durch den Kunststoff entstehen, sind dementsprechend hoch. Warum sollte darauf verzichtet werden?

Ein generelles Umdenken im Bezug auf Plastik-Artikel wäre auch in Deutschland wünschenswert, entwickelt sich aber nur sehr schleppend. Liegt es nicht vielmehr an uns, an unsere Entscheidung, in was wir unser Geld stecken? Wir sollten nicht erst warten, bis auf politischer Ebene etwas passiert, sondern wir selbst sind verantwortlich für uns und unsere Umwelt.

4. Meeresschutz beginnt vor unserer Haustüre

  • Was kannst du persönlich tun?

Alltägliches Plogging

Zwar gewinnen orchestrierte Sammlungen wie internationale Küsten- bzw. Flusssäuberungsaktionen deutlich mehr an gemeinsamer Willenskraft. Doch müssen wir nicht auf einen „Termin“ warten, um schon heute damit zu beginnen. Wo auch immer du lebst, am Meer, am Fluss oder einfach auf dem Land und dir Plastik begegnet, wo es nicht hingehört, kann es aufgehoben und von dir richtig entsorgt werden. Tatsächlich begegnet einem fast überall Plastik in der Natur. Hilfreich ist es daher, immer eine wiederverwendbare Tüte parat zu haben. Zwar ist dies mit ein bisschen Mühe verbunden, doch was einem dafür geschenkt wird, ist ein besseres Gefühl und natürlich ein schöneres Landschaftsbild.

Erkundige dich in deinem Ort, in deiner Region nach „Säuberungsaktionen“. Mittlerweile gibt es deutschlandweit zahlreiche Initiativen mit aktiven Menschen, die sich regelmäßig treffen und eine Plogging-Aktion starten. Falls es dies noch nicht in deiner Umgebung gibt, wie wäre es, wenn du den Anfang wagst? Mehr zum Thema Plogging liest du in unserem Blogartikel „Müll sammeln: Jeder kann mithelfen, die Umwelt zu heilen“.

Olivenbaum mit Himmel

Plastikfrei zu leben, hat etwas Befreiendes!

Dir ist sicherlich bekannt, dass von Kunststoff viele gesundheitliche Risiken ausgehen, basierend auf den zahlreichen chemischen Zusatzstoffen, die sich in Plastik-Materialien befinden und unsere Gesundheit auf Dauer belasten. Alle in Plastik verpackte Lebensmittel können Mikroplastik enthalten. Unter anderem steckt der Stoff Bisphenol A in Plastikflaschen und kann zu hormonellen Problemen führen.31

Es erfordert von uns ein gewisses Umdenken, was wiederum bedeutet, dass wir unsere gewohnte Bequemlichkeit überwinden sollten! Es ist es nicht wert, unsere Gesundheit aufs Spiel zu setzen, nur damit immer alles schneller und einfacher geht. Wenn das Bewusstsein dafür sich erst entwickelt, du also in den Anfängen steckst, lass dich nicht entmutigen oder überrollen. Wichtig ist, mit kleinen Veränderungen anzufangen, um dann Schritt für Schritt das eigene Leben zu transformieren. Du wirst sehen, es lohnt sich nicht nur für die Umwelt, sondern es fühlt sich sauberer und sinnvoller auch für dich an, wenn du nicht auf so einen großen Müllberg blicken musst. Bei anfallendem Müll macht es Sinn, diesen zu trennen. Die Trennung von anfallendem Müll Zuhause ist die Voraussetzung für das Recycling. Wenn Müll nicht vermieden werden kann, dann sollten der angefallene Müll sortiert und getrennt werden. Hierfür gibt es – wie den allermeisten bekannt ist – eine Tonne für Papier und Pappe, eine für Plastik und eine für Restmüll. Darüber hinaus gibt es meistens auch eine Tonne für den Bio-Müll. Doch deine Bio-Abfälle kannst du für die eigene Kompostierung verwenden, sodass du daraus nicht nur eine natürliche Pflanzendüngung, sondern auch wertvollen Humus gewinnen kannst.

Aus den recycelten Abfällen werden Rohstoffe gewonnen, die zu neuen Produkten verarbeitet werden. Das bedeutet, dass durch Recycling der Verbrauch natürlicher Ressourcen wie Holz oder Erdöl sowie auch der Energieverbrauch reduziert werden. Zwar wird das Potenzial für das Recycling von Kunststoffen und Baumaterial, wie bereits erwähnt, zu wenig in Deutschland ausgeschöpft. Die Mülltrennung durch den privaten Haushalt kann jedoch die bessere Umsetzung des Recyclings unterstützen.

Wir möchten dir ein paar Tipps an die Hand geben, wie du auf Plastik in deinem Alltag verzichten kannst, falls du diese nicht ohnehin schon beherzigt hast. Eines können wir bestimmt garantieren. Es fühlt sich befreiend an, wenn man weniger bishin zu gar keinen Plastikmüll produziert. Diese Bewegung nennt man auch „Zero-Waste“ (Null-Verschwendung).

Verzichte auf Plastikartikel im täglichen Gebrauch

  • Die Zahnbürste aus Kunststoff kannst du durch eine Bambus-Zahnbürste ersetzen, die kompostierbar ist. Bambus ist ein extrem schnell nachwachsender Rohstoff, der widerstandsfähig ist. Außerdem wird Bambus eine antibakterielle und wasserabweisende Eigenschaft nachgesagt.
  • Plastikstrohhalme können durch Bambusstrohhalme ersetzt werden. Bambus hat darüber hinaus den Vorteil, dass er frei von Pestiziden, Farbstoffen und weiteren chemischen Stoffen ist. Schau dir dazu unsere Bambusstrohhalme* an, die nicht nur ein echter Hingucker, sondern lange wiederverwendbar sind. (Verlinkung mit https://www.regenbogenkreis.de/bambus-strohhalme-12er-set/)
  • Wer kennt es nicht, das weiße Plastik-Geschirr für unterwegs oder bei Festlichkeiten? Einmal verwendet, landen sie dann im Müll. Es gibt eine nachhaltige Lösung: Löffel, Messer und Gabel aus Bambus*. Neben den genannten positiven Eigenschaften des Naturstoffes, kommt noch hinzu, dass er sehr leicht ist und dadurch wunderbar transportiert werden kann. Und: Du kannst das Besteck aus Bambus wiederverwenden und sogar in die Spülmaschine packen! (Verlinkung mit https://www.regenbogenkreis.de/bambus-messer-5er-set/)
  • Verzichte im Supermarkt auf Plastiktüten. Bringe dafür deine Stoffbeutel mit. In diese lassen sich Obst und Gemüse auch einpacken. Die Beutel – am besten aus biologischer Baumwolle – haben neben dem wiederverwendbaren Effekt den Vorteil, dass sie stabiler sind und in der Regel nicht reißen. Im Gegensatz zu den Plastiktüten, die nach dem Einkauf nicht mehr zu gebrauchen sind. In unserem Shop gibt es nachhaltige kleine und große Stoffbeutel* mit dem schönen Regenbogenkreis Emblem. (Verlinkung mit https://www.regenbogenkreis.de/stoffbeutel-natur-klein/ und https://www.regenbogenkreis.de/stoffbeutel-natur-gross/)
  • Herkömmliche Wegwerfwindeln sind nicht nur schlecht für die Umwelt, sie belasten darüber hinaus die Gesundheit des Kindes. Dehalb verwende Stoffwindeln. Diese haben viele Vorteile und machen sich auch in deiner Geldbörse bemerkbar. Lies hierzu den ausführlichen Artikel Stoffwindeln – praktisch, ökologisch & gesund (Verlinkung mit https://www.regenbogenkreis.de/blog/leben-mit-kindern/stoffwindeln-praktisch-oekologisch-gesund)
  • Statt Plastikflaschen verwende wiederauffüllbare Glasflaschen, die du zum Beispiel mit deinem gefilterten Trinkwasser von Zuhause befüllen kannst.
  • Kennst du schon die deutschlandweiten Unverpackt-Läden? Diese bieten Trocken-Lebensmittel zum Abpacken an. Das bedeutet, du kannst mit deinen eigenen Behältern bzw. Stofftüten Nudeln, Reis, Trockenfrüchte, Müsli, Nüsse und vieles mehr selbst befüllen. Du wirst sehen, es macht Freude, sich die Lebensmittel selbst abzupacken, damit auch zu bestimmen, wie viel du benötigst. Es erinnert ein wenig an die guten Tante-Emma-Läden von früher. Schau dich deshalb um, ob es in deiner Umgebung einen plastikfreien Supermarkt gibt.
  • Biologisches Obst und Gemüse kann auf dem regionalen Markt in mitgebrachte Stoffttüten besorgt werden.
  • Lass dich inspirieren von der besonderen Naturkosmetik in unserem Shop. (Verlinkung mit https://www.regenbogenkreis.de/search?sSearch=Kosmetik) Neben der Reinheit der Kosmetik-Produkte bei Regenbogenkreis, die natürlich keinerlei Mikroplastik oder chemische Schadstoffe enthalten, sind diese in nachhaltiger Form abgepackt. Die Glasschalen beispielsweise kannst du immer wieder verwenden. Weiterhin gibt es tolle ökoligische Festseifen, die keinerlei Plastik-Verpackung benötigen. Wie wäre es mit der Naturseife Lemongras-Matcha (Link: https://www.regenbogenkreis.de/naturseife-lemongras-matcha-100-g/)? Die Haare kann man auch mit Roggenmehl waschen. Wirklich? Lies hier mehr, wie du dir dein eigenes Roggenmehl-Shampoo zubereiten kannst. (Verlinkung mit https://www.regenbogenkreis.de/blog/ganzheitliches-leben/haare-waschen-mit-roggenmehl)
  • Viele Kleidungsstücke werden aus Chemiefasern wie Polyester gefertigt. Deren Grundstoff ist Erdöl oder –gas. Diese kleinsten Polyesterpartikel landen durch die Waschmaschine in unsere Umwelt. Achte daher bei deinem Einkauf auf ökologische Kleidung wie solche aus Bio-Baumwolle.

*solange der Vorrat reicht

Weitere wertvolle Tipps, wie du in deinem Alltag auf Plastik-Abfälle verzichten kannst, findest du in dem schlauen Plastik Sparbuch. (Verlinkung mit https://www.regenbogenkreis.de/plastiksparbuch/)

Welche Ideen hast du persönlich noch, um plastikfrei zu leben? Teile sie mit uns in den Kommentaren!

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Literaturverzeichnis:

  1. https://www.wissenschaftsjahr.de/2016-17/fileadmin/meere_ozeane/Downloads/160913_Dossier_Plastikmuell_im_Meer.pdf
  2. https://www.br.de/puls/themen/leben/verpacken-ohne-plastik-start-ups-100.html
  3. https://www.wissenschaftsjahr.de/2016-17/fileadmin/meere_ozeane/Downloads/160913_Dossier_Plastikmuell_im_Meer.pdf, S. 2
  4. https://www.nationalgeographic.de/10-erschreckende-fakten-uber-plastik
  5. https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/chemie/chemie_plastikatlas_2019.pdf, S. 11
  6. https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/chemie/chemie_plastikatlas_2019.pdf, S. 9.
  7. https://mitte.co/2017/12/14/plastikverbrauch-in-deutschland-infografik/
  8. https://www.duh.de/themen/recycling/plastik/plastiktueten/
  9. https://www.bmu.de/faqs/coffee-to-go-becher/
  10. https://www.careelite.de/plastik-muell-fakten/
  11. https://www.nationalgeographic.de/10-erschreckende-fakten-uber-plastik
  12. https://www.welt.de/wirtschaft/article172294672/Muellentsorgung-Was-tun-mit-dem-Muell-den-China-nicht-will.html
  13. https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/wirtschaft/deutscher-plastikmuell-verschmutzt-malaysia-e590969/
  14. https://ec.europa.eu/environment/circular-economy/pdf/plastics-strategy-brochure.pdf
  15. https://www.youtube.com/watch?v=DCnLWUSaz9o
  16. https://www.geo.de/geolino/natur-und-umwelt/16513-vdo-umweltverschmutzung-die-fuenf-muellstrudel-der-ozeane
  17. https://mikroplastik.de/?gclid=Cj0KCQiA9P__BRC0ARIsAEZ6irj44E6pl2qZclhgEGjm8WuLfEfT59-BN5RlMNakzvoI2nZDL_ux1FsaAqjuEALw_wcB
  18. https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/muellkippe-meer/muellkippemeer.html
  19. https://www.wissenschaftsjahr.de/2016-17/fileadmin/meere_ozeane/Downloads/160913_Dossier_Plastikmuell_im_Meer.pdf, S.2
  20. https://www.sueddeutsche.de/panorama/umweltverschmutzung-plastik-im-plankton-1.674819
  21. https://www.careelite.de/plastik-muell-fakten/
  22. https://www.wissenschaftsjahr.de/2016-17/aktuelles/das-sagen-die-experten/mikroplastik-und-meerestiere.html
  23. https://www.focus.de/perspektiven/nachhaltigkeit/nachhaltigkeit-der-inselstaat-vanuatu-macht-vor-das-passiert-wenn-ein-land-plastik-verbietet_id_10367183.html
  24. https://www.youtube.com/watch?v=du5d5PUrH0I
  25. https://products.theoceancleanup.com/
  26. https://theoceancleanup.com/rivers/
  27. https://oceanconservancy.org/trash-free-seas/international-coastal-cleanup/
  28. https://www.kimointernational.org/news/brexit-threat-to-uks-fishing-for-litter-as-eu-funding-ends/
  29. https://www.european-environment-foundation.eu/en-en/environetwork/projects/dreisam-cleanup
  30. https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/plastikmuell-bekaempfen-1542380
  31. https://www.wissenschaftsjahr.de/2016-17/fileadmin/meere_ozeane/Downloads/160913_Dossier_Plastikmuell_im_Meer.pdf
  32. https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/chemie/chemie_plastikatlas_2019.pdf


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